KLAPPENTEXT No. 15, Juli 2009: Mehr Kapitalismus wagen!
Posted on | Juni 30, 2009 | No Comments
Verehrte Leserinnen und Leser,
was wir noch nie verstanden haben: dass es offenbar als – selbst unter Literaturkritikern – ausgemachte Sache gilt, dass komplexere Bücher weniger Lust bereiten. Da mühen sich dann immer alle redlich, uns diesen oder jenen Roman schmackhaft zu machen, indem sie verräterische Wörter wie „trotzdem“ oder „gleichwohl“ benutzen (als hätte es ihnen ganz und gar nicht geschmeckt) und in allerlei rhetorischen Girlanden durchblicken lassen, dass die Lektüre hier wohl länger dauern, weil anstrengender sein könnte als in anderen Fällen. Und wir dachten immer, das sei doch das Wunderbare an der Literatur: dass sie uns zum Denken bringt, uns tagelang beschäftigt, uns nicht loslässt, uns Sätze schenkt, die bei jedem Lesen wieder anders klingen.
Selbst nach kapitalistischen Kriterien ist die Rede vom „schwierigen“ Buch kompletter Unsinn: Ist doch großartig und eine überaus rentable Sache für jeden Leser, wenn er von manchen Autoren mehr Literatur bekommt als von anderen, und das sogar zum ungefähr selben Preis. Das lohnt sich nun wirklich in jedem Sinne! Ein Beispiel gefällig? Aber gerne: Sollten Sie gerade überlegen, in Vampire zu investieren, dann lassen Sie Stephenie Meyer besten Gewissens rechts liegen und nehmen statt 24,90 Euro nur 10 Euro aus Ihrem Portemonnaie, um sich „Das fünfte Imperium“ von Viktor Pelewin zuzulegen. Da sparen Sie nicht nur 14,90 Euro, sondern haben zudem unvergleichlich viel gewonnen.
Wir wünschen also diesmal:
Rechnen Sie gut!
Ihre Redaktion
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KLAPPENTEXT No. 14, Juni 2009: Sonderzeichen
Posted on | Juni 1, 2009 | No Comments
Verehrte Leserinnen und Leser,
was wir schon lange einmal sagen wollten: Wir bitten um einen brandend brausenden Applaus für unsere Gestalterin Tanja Kischel! Da sie jeden Monat aufs Neue die Daten und Texte in Form und nicht nur die Ästhetik in Ordnung bringt und danach dann auch noch Zeit und Ideen hat, um dem Klappentext zu einem jeweils extraordinären Cover zu verhelfen.
Gerade in diesem Monat hat sie wieder besonders viel zu tun, denn voilà: Der Juni ist der Monat der Sonderzeichen. Stehen im Programm doch diesmal Namen wie Marica Bodrožic, Mila Haugová, Marián Hatala und Radoslav Tomáš.
Dass Rudolf Hermstein am 16. Juni den Münchner Übersetzerpreis verliehen bekommt, kann mithin kein Zufall sein: Die fremden Literaturen sind wieder einmal mitten unter uns. Ob das an Pfingsten liegt – Sie wissen schon: „Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen“ – ist uns ehrlich gesagt ziemlich schnuppe. Weil: Freuen tut´s uns in jedem Fall.
Und so wünschen wir also kein lost in translation, sondern wie immer:
Lesen Sie gut!
Ihre Redaktion
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KLAPPENTEXT No. 13, Mai 2009
Posted on | April 29, 2009 | No Comments
Verehrte Leserinnen und Leser,
vielleicht kennen Sie die ja auch, die so genannte Schreibblockade. Jedenfalls hat uns die gerade befallen. Alle Bücher sind gelesen … Read more
KLAPPENTEXT No. 12, April 2009
Posted on | März 27, 2009 | No Comments
Editorial: Kurz und nicht nur metaphorisch löchrig
Ein Loch ist im April, und zwar kein kleines. Nennt sich Osterferien – und ist fast völlig lesungsfrei. Ein Loch ist auch im Klappentext, und zwar ein ähnlich metaphorisches. Sozusagen mehr finanzielles. Das heißt: Wir suchen an und vor und nach Ostern nicht nur Schokoeier und andere süße Häschen, sondern
dringend Unterstützung bei Akquise und Vertrieb dieses wunderbaren Blättchens, das Sie – da haben wir Sie wieder einmal ertappt! – unzweifelhaft gerade lesen. Und damit Sie sehen, was eine Weigerung Ihrerseits zur Folge haben könnte, fangen wir hier schon einmal an mit dem Kürzen: Das Editorial endet früher als gewohnt und ohne Vokale, nmlch hr nd jtzt.
Lsn S trtzdm gt!
wnscht hr Rdktn
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An Buchhandlungen und ähnliche literarische Orte liefern wir den gedruckten KLAPPENTEXT übrigens kostenlos & stapelweise. Bitte senden Sie uns einfach eine Mail, dann kommen wir vorbei: info@literatur-muenchen.de.
KLAPPENTEXT No. 11, März 2009
Posted on | Februar 27, 2009 | No Comments
Verehrte Leserinnen und Leser,
wir können es noch gar nicht richtig glauben: Den Klappentext gibt es nun auch gedruckt. Endlich! sagen wir. Auch wenn wir gar nichts gegen Adobes Pdfs haben (im Gegenteil!), ist es eben doch etwas anderes, den Klappentext in tausendfacher Ausführung vor sich liegen zu sehen (zugegeben: Der Elternstolz währte nicht allzu lange, das tausendfache Verteilen brachte die dringend nötige Ernüchterung).
Oh Wunder! waren auch unsere ersten Gedanken, als wir den Terminkalender in diesem Monat betrachteten. Dürfte man das Adjektiv „literarisch“ steigern, dann bliebe einem gar nichts anderes übrig, als den März den literarischsten Münchner Monat zu nennen. Wir sagen nur: Wortspiele! Und außerdem: Krimifestival! Und fügen mit einer deutlich jüngeren Stimme „Bücherschau Junior!“ hinzu. Und nehmen dann all unser Groupie-Talent zusammen, um lautstark „Isarstrand!“ zu kreischen.
Sie sehen: Wir werden uns nicht ändern, obwohl wir nun auch analog und nicht mehr nur digital erscheinen. Treue Leser der ersten Stunden könnten freilich den Eindruck haben, der Klappentext sei ein bisschen schmäler geworden. Der Eindruck stimmt, wir arbeiten nämlich gerade an seiner Bikinifigur. Im Sommer wird er wieder dicker werden, versprochen. Und auch ein monothematisches Heft voller literarischer Kalorienbomben wird´s dann wieder geben, Ehrensache.
In diesem Sinne:
Lesen Sie gut!
wünscht die Redaktion
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KLAPPENTEXT No. 10, Februar 2009: Das bunte Treiben
Posted on | Januar 31, 2009 | No Comments
Dass an drei Tagen in diesem Monat einfach überhaupt gar keine Lesungen stattfinden wollten, kam uns durchaus ein bisschen komisch vor, als wir den Literaturkalender zusammen bastelten. Nur ahnten wir lange Zeit nicht, wie richtig wir mit dieser Einschätzung lagen. Bis irgendwer dann etwas von Fasching faselte, wir uns kräftig gegen´s Hirn schlugen und unsere Erkenntnis der Lage mit einem Seufzer kundtaten.
Keine Angst, wir wollen Sie jetzt gar nicht weiter mit den Analogien zwischen Fasching und Literatur – nur kurz, ok? Also: die Maskerade! das Rollenspiel! die moralische Unbeschwertheit! – belangen und belasten, sondern reden lieber ohne diskursive Umwege frei heraus: Auch der KLAPPENTEXT hatte diesen Monat keine Lust, sich an die selbst auferlegten Regeln zu halten, und treibt´s deswegen ebenfalls ein wenig bunt.
Weil gar so viele schöne Literaturdinge in diesem Monat in München passieren, konnte er sich jedenfalls nicht mit der Redaktion auf ein einziges Thema einigen, und widmet sich deswegen – manche würden das jetzt eine Konzentration auf die Kernkompetenz nennen; sollen sie doch! – mehreren Protagonisten dieses Münchner Februars. Kurt Drawerts neuem Roman zum Beispiel, der den wunderbaren Titel „Ich hielt meinen Schatten für einen anderen und grüßte“ trägt. Und der Literaturzeitschrift „Bella triste“. Und dem Mairisch-Verlag anhand eines Hörbuchs, das dort erschienen ist.
Aber was reden wir uns hier schon wieder in die literarische Rage … Lesen Sie doch einfach selbst!
Viel Spaß dabei wünscht:
Ihre KLAPPENTEXT-Redaktion
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KLAPPENTEXT No.9, Januar 2009:
`s wird leiwand!
Posted on | Januar 1, 2009 | 1 Comment
Liebe Leserinnen & Leser,
wird alles anders im Jahr 2009? Das wissen wir freilich nicht. Wir können nur hoffen: 2009 wird ein gutes Jahr für die Literatur werden – aber das hofften wir schließlich noch jedes Mal … Diesmal aber scheint es beinahe weniger fern als sonst: Gleichsam täglich liest man von der ökonomischen Apokalypse in allen Zeitungen, viele Menschen haben Fragen und begeben sich auf- und angeregt auf die Suche nach Antworten. Dass diese nicht immer klar und eindeutig sind, sollte dabei als Chance begriffen werden und nicht als weitere Verunsicherung. Die einfachen Antworten sind wahrlich nicht die Sache der Literatur – sondern die der Populisten und Besitzstandswahrer (die es in der Literatur selbstredend ebenfalls zuhauf gibt!).
Ein paar Dinge wären in jedem Fall zu ändern, sowohl im Literaturbetrieb im Allgemeinen als auch im Münchner im Besonderen. Der Klappentext fängt deshalb sofort damit an (und wird weiter dran bleiben). Eine der Klagen, die uns nicht nur einmal zu Ohren gekommen ist, sondern uns seit wir literarisch denken können, begleitet, ist diejenige der österreichischen Verleger: Die deutsche Kritik beachte keine Bücher aus Österreich, auch die deutschen Leser zeigten sich wenig interessiert daran. Ersterem kann dieser Klappentext abhelfen – Zweiteres bleibt logischerweise Ihnen überlassen.
Wir können nur versprechen: `s wird leiwand!
Viel Spaß dabei wünscht:
Ihr Klappentext
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KLAPPENTEXT No.8, Dezember 2008: Oh, wie schön!
Posted on | November 30, 2008 | 1 Comment
Nun war´s das also fast schon wieder mit dem Jahr 2008. Und während andere bestimmt bald anfangen, solche seltsamen und überflüssigen Fragen à la „Was haben Sie sich für 2009 vorgenommen?“ zu stellen, lassen wir die Zukunft mal ganz entspannt Zukunft sein (derartiger futuristischer Eskapismus liegt uns ohnehin nicht) und widmen uns stattdessen den Schönheiten der Gegenwart. Das Thema dieses Klappentext lautet also so schlicht wie bedeutsam: Schöne Bücher!
Es wäre natürlich gelogen, wenn wir behaupteten, dass das nichts mit dem kommenden 24. Dezember zu tun hätte, und wir dabei nicht daran dächten, wie Sie in Denkerpose zuhause sitzen und sich den Kopf über mögliche Präsente zermartern. Wir sagen nämlich: Es muss nicht immer Pamuk sein! Und Coelho noch weniger! Und schlagen Ihnen deshalb ein paar andere Bücher vor, die vielleicht noch nicht die große Öffentlichkeit gefunden haben, sie aber durchweg verdient hätten. Isabella Husers Roman „Das Benefizium des Ettore Camelli“ zum Beispiel. Oder Joachim Kalkas Essaysammlung „Hoch unten“. Oder Tim Etchells Storyband „Endland“. Oder, oder, oder … Das heißt:
Schenken Sie gut!
wünscht Ihr Klappentext
P.S.: Um allen Fragen vorzubeugen: Wir haben uns für 2009 vorgenommen, dass der Klappentext nicht mehr nur digital, sondern zudem gedruckt erscheint und verteilt wird. Wer uns dabei helfen will: Bitte, sehr gerne, das können wir gebrauchen! Mehr dazu unter info@literatur-muenchen.de
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KLAPPENTEXT No.7, November 2008
Posted on | Oktober 30, 2008 | No Comments

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KLAPPENTEXT No. 6, Oktober 2008: Die Hölle? Der Himmel!
Posted on | Oktober 1, 2008 | No Comments
Entweder man liebt sie oder man hasst sie: Die Frankfurter Buchmesse ist für viele ein Muss, für manche dagegen eine Veranstaltung, um die sie den größtmöglichen Bogen machen. Der KLAPPENTEXT outet sich in dieser Ausgabe – als Buchmesses wahrscheinlich treuester Fan. Um diese ganz wunderbaren Tage in der Stadt der Banken und der höchsten Kriminalitätsrate Deutschlands auch anderen schmackhaft zu machen, bedient er sich deshalb der üblichen Methode, um mögliche Traumata vergessen zu machen und weitere gar nicht erst entstehen zu lassen. Nämlich der Methode: erinnern, wiederholen, durcharbeiten.
Der KLAPPENTEXT gibt Ihnen folglich ein kleines ABC der Frankfurter Buchmesse an die Hand, gleichsam als Brevier zum Zurechtfinden zwischen Messehallen und Würstchenständen. Unser Gastautor und ausgewiesene Türkei-Experte Karl Hafner führt Sie ein in die Geheimnisse der heimlichen Hauptstadt des diesjährigen Buchmessen-Ehrengasts. Zudem haben wir so gut wie alle TV-Sendungen, die die Buchmesse behandeln, für Sie zusammengestellt („Außer Büchern“), auch die Rubrik „Ausgehorcht“ handelt naturgemäß von nichts anderem als der Türkei.
Sie wollen von der Messe nichts mehr wissen? Aber Bücher mögen Sie schon noch? Dann ist vielleicht unsere „Letzte Seite“ etwas für Sie: „Deutschland liest“ nennt sich die einwöchige bundesweite Aktion der deutschen Bibliotheken. Den Link zum ausführlichen Programm finden Sie am Ende dieses KLAPPENTEXT.
Und nun wünscht Ihr KLAPPENTEXT:
Lesen Sie gut! Ganz gleich, ob nun in Frankfurt, einer Bibliothek oder doch in der heimischen Sofaecke
…
P.S.: Weil wir mit Hirn und Herz im Grunde schon in Frankfurt weilen, entfällt die Lokal-Kategorie „Das München-Buch“ in diesem KLAPPENTEXT. In der November-Ausgabe kehrt sie dann umso frischer erholt zurück.
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