Verehrte Leserinnen und Leser,
Essen und Lesen sind zwei herrliche Dinge – solange man sie nicht gleichzeitig tut, sondern jedem seine eigene verdiente Aufmerksamkeit zukommen lässt. Warum es manche Literatur nur noch unter die Leute schafft, wenn man sie mit Häppchen oder gar einem Mehr-Gänge-Menü garniert, haben wir noch nie begriffen. Der Trend ist allerdings unübersehbar: Die Krimi-Autorin Rita Falk integriert das Gemampfe immer irgendwie in die Titel ihrer Bücher und eroberte also mit den Romanen – in order of appearance – „Winterkartoffelknödel“, „Dampfnudelblues“ und „Schweinskopf al dente“ die Bestsellerlisten. Der Literaturkritiker Denis Scheck urteilte: „Platz da für das gesunde Volksempfinden im Regionalkrimi: Der Ich-Erzähler von Rita Falks Debüt ist eine Mischung aus Dorfdepp und Dorfpolizist, der aus München in seinen niederbayrischen Heimatort versetzt wurde, weil er einem Kollegen dabei half, einen Pädophilen zu kastrieren. ‚Jeder Krimiautor würd´ sich nach so einem Stoff die Finger lecken‘, lässt Rita Falk ihren heimattümelnden Ermittler sagen. Da möchte ich widersprechen: Nein, nicht jeder Krimiautor – nur solche, die sich mit primitiver Bildzeitungs-Demagogik den Beifall von der Straße sichern wollen.“
Und auch uns ereilten in diesem Monat mal wieder heftige Zweifel an der Möglichkeit einer sinnvollen Verbindung von Lesen und Essen, als wir lesen mussten, wie die LitNightShow ihr nächstes Programm vorstellt (siehe Letzte Seite). Insofern verbleiben wir auch diesmal mit dem üblichen Gruß:
Lesen Sie gut!
Aber lassen Sie dann bitte das Essen außen vor
wünscht sich ihre Redaktion
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