KLAPPENTEXT No.19, November 2009:
Um´s mal vorsichtig zu sagen
Posted on | November 1, 2009 | Kommentare deaktiviert
Die Münchner Bücherschau ist ja nun nicht gerade das, was wir uns unter einer literarischen Leistungsschau vorstellen. Weil: Literatur liegt da vielleicht in Buchform in den Regalen, gibt es aber nur in ausnahmigsten Ausnahmefällen (Mohammed Hanif als bestes Beispiel! Siehe die Besprechung in diesem
Klappentext) auf der Bühne zu sehen. Glauben Sie nicht? Na, dann lesen Sie sich das Programm aber einmal in aller Ruhe durch. Da hätten wir zum Beispiel den Theologen Hans Küng, der sein Buch „Was ich glaube“ vorstellt, sowie ein weiteres Exemplar der Sorte Wir-haben-auch-einen-Saviano-im-Programm, nämlich Raffaele Cantone und sein Buch „Allein für die Gerechtigkeit“. Auch Alfons Adabei Schuhbeck ist freilich mit von der Partie, um seine „Küche der Gewürze“ vorzustellen. Der Rowohlt Verlag wiederum schickt – das lasse man sich auf der Zunge zergehen – nicht etwa Friedrich Christian Delius oder Inge Jens oder Alfred Grosser oder David Wagner oderoderoder, sondern den so genannten Gedankenleser Thorsten Havener (warum eigentlich nicht gleich Eckart von Hirschhausen?!). Nicht, dass wir irgendetwas gegen diese Bücher hätten – nur hatten wir uns doch ein wenig mehr Literatur erwartet, als das Programm der Bücherschau ins Haus geflattert kam. Es hat also doch einen Grund, dass die Bücherschau Bücherschau heißt und eben nicht Literaturschau – was uns natürlich besser gefiele. Aber egal, denn uns
kann das nur recht sein: Bücher gibt´s auf der Bücherschau – und Literatur weiterhin und naturgemäß in rauen Mengen im Klappentext.
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