literatur-muenchen.de

DAS LITERATURPORTAL FÜR MÜNCHEN

KLAPPENTEXT No. 23, März 2010

coverVerehrte Leserinnen und Leser,

wie wir im Februar-Editorial bereits verhalten angedeutet hatten, zählen wir nicht zu den größten Krimifans dieses unseres Erdenrunds. Sollte Ihnen das ähnlich ergehen, dann müssen Sie deshalb allerdings noch lange nicht verzweifeln. Nicht einmal in diesem März, in dem sich das Münchner Krimifestival in Sektionssälen und Großraumzellen herumtreibt. Die Literatur nämlich gibt sich davon ziemlich unbeeindruckt und findet einfach trotzdem statt. An eher gewöhnlichen Orten, zugegeben, aber uns sind Pomp und Circumstances ohnehin nie ganz geheuer. Ein Buch auf einem Tisch und ein Autor auf einem Stuhl genügen uns als literarische Innenarchitektur nämlich vollauf. Von den buchstäblichen Mördern mal abgesehen, sitzen auf diesen Stühlen in diesem Monat erfreulich viele junge und erfreulich viele nicht in Deutschland geborene Autoren herum. Und ums Eigene und Fremde wird es wohl auch in der Lesung von Helene Hegemann gehen – die uns den Stempel „Garantiert Axolotl-frei„, den wir dem Klappentext in diesem Monat gar zu gerne aufgedrückt hätten, dann leider doch unmöglich macht. Sei´s drum, lesen Sie trotzdem oder gerade deswegen gut!

wünscht Ihre Redaktion

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KLAPPENTEXT No. 22, Februar 2010:
Auf Abwegen

coverVerehrte Leserinnen und Leser,

beinahe hätten wir es ja verpasst, dass die Tage schon wieder länger werden – weil wir noch mittendrin stecken in Roberto Bolaños „2666“, genauer gesagt: in dem „Teil von den Verbrechen“, wo sich eine Tote an die nächste reiht, während verschiedene Polizisten, Journalisten und anderweitig an der Lösung dieser Fälle Interessierte auftauchen, recherchieren, bleiben oder auch spurlos wieder verschwinden. Und wir einfach nicht schlau draus werden, warum um Himmels Willen (oder ist das hier just die falsche Metapher?) das gar so spannend ist, obwohl wir doch unsere gesamte Bibliothek darauf verwetten würden, dass der Täter sicher nicht gefasst wird.
Nun, im nächsten Monat ist das wieder anders, da gibt es die neueste Ausgabe des Krimifestivals und werden also allerlei Täter gefasst, und zwar mit geradezu geheimdienstlicher Sicherheit. Am besten also, Sie entspannen sich bis dahin, erfreuen sich vielleicht sogar am Faschingsgewand, bevor wieder die Maskerade von Mord und Totschlag die Stadt bevölkert, von Roberto Bolaño trotzdem leider keine Rede mehr sein wird, wir aber dennoch einen unendlichen Spaß haben werden.
Sie finden, das Editorial ist diesmal aber etwas arg lang und umwegig geworden? Na, dann: Man ist eben, was man liest. In diesem Sinne:

Lesen Sie gut!
wünscht Ihre Redaktion

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KLAPPENTEXT No. 21, Januar 2010

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Liebe Leserinnen und Leser,

München bekommt endlich ein (hoffentlich!) ordentliches Literaturfestival. Und Bayern endlich ein hoffentlich nicht minder ordentliches Literaturportal. Was dem Klappentext da noch zu wünschen übrig bleibt für 2010? Ach, einiges. Weniger Bücher zum Beispiel. Weil ohnehin schon viel zu viele auf dem Markt sind, die wir nie werden lesen können. Und natürlich: mehr Bücher. Weil es dann leider doch noch viel zu wenige gibt, die uns Herz und Hirn erhitzen und uns beinahe um den Verstand bringen. Sie sehen´s schon: Wir sind so f latterhaft und unentschieden wie eh und je – und sonst ändert sich auch nix. In diesem Sinne wünschen wir:

Lesen Sie gut!
Ihre Redaktion

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KLAPPENTEXT No. 20, Dezember 2009

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Liebe Leserinnen und Leser,

nein, wir haben nicht die Schweinegrippe – aber wohl fühlen wir uns trotzdem gerade nicht besonders, weil der Hals schmerzt und das Hirn ein wenig verstopft ist. Und das, bevor der Winter überhaupt richtig angefangen hat! Decken wir uns eben zu und nehmen ein wärmendes Buch mit hinein, das uns am besten noch ins gesunde Schwitzen bringt.
Deshalb an dieser Stelle nur so viel: Bei Ihrem Weihnachtsshopping hätte der Klappentext gerne eine Wörtchen mitzureden. Und tut das deswegen einfach, Sie finden in dieser Ausgabe eine Reihe Geschenkempfehlungen – mit denen Sie sich freilich auch selbst erfreuen können, das ist uns doch völlig gleich … Zeit dafür haben Sie jedenfalls genug, denn Lesungen gibt es in diesem besinnlichen Monat deutlich weniger als sonst.

Lesen Sie auch diesen Monat gut!
wünscht Ihre Redaktion

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KLAPPENTEXT No.19, November 2009:
Um´s mal vorsichtig zu sagen

cover article imgDie Münchner Bücherschau ist ja nun nicht gerade das, was wir uns unter einer literarischen Leistungsschau vorstellen. Weil: Literatur liegt da vielleicht in Buchform in den Regalen, gibt es aber nur in ausnahmigsten Ausnahmefällen (Mohammed Hanif als bestes Beispiel! Siehe die Besprechung in diesem
Klappentext) auf der Bühne zu sehen. Glauben Sie nicht? Na, dann lesen Sie sich das Programm aber einmal in aller Ruhe durch. Da hätten wir zum Beispiel den Theologen Hans Küng, der sein Buch „Was ich glaube“ vorstellt, sowie ein weiteres Exemplar der Sorte Wir-haben-auch-einen-Saviano-im-Programm, nämlich Raffaele Cantone und sein Buch „Allein für die Gerechtigkeit“. Auch Alfons Adabei Schuhbeck ist freilich mit von der Partie, um seine „Küche der Gewürze“ vorzustellen. Der Rowohlt Verlag wiederum schickt – das lasse man sich auf der Zunge zergehen – nicht etwa Friedrich Christian Delius oder Inge Jens oder Alfred Grosser oder David Wagner oderoderoder, sondern den so genannten Gedankenleser Thorsten Havener (warum eigentlich nicht gleich Eckart von Hirschhausen?!). Nicht, dass wir irgendetwas gegen diese Bücher hätten – nur hatten wir uns doch ein wenig mehr Literatur erwartet, als das Programm der Bücherschau ins Haus geflattert kam. Es hat also doch einen Grund, dass die Bücherschau Bücherschau heißt und eben nicht Literaturschau – was uns natürlich besser gefiele. Aber egal, denn uns
kann das nur recht sein: Bücher gibt´s auf der Bücherschau – und Literatur weiterhin und naturgemäß in rauen Mengen im Klappentext.

Lesen Sie auch diesen Monat gut!
wünscht Ihre Redaktion

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KLAPPENTEXT No. 18, Oktober 2009:
Irgendwie anders

klappentext lesen!

Da fehlen einem doch glatt die Worte: Um auszudrücken, dass sie irgendwie anders sind als die anderen (was fraglos außer Zweifel steht!), bezeichnen sich Verlage wie Blumenbar, Luftschacht, Voland & Quist und ähnliche mal als „klein“, mal als „unabhängig“, mal als „jung“. Das stimmt ja auch alles irgendwie oder wenigstens hier und da – trifft aber doch nicht den Kern der Sache. Denn der ist, aufgepasst!, dass die Qualität der Programme dieser Verlage sich gerade nicht auf Größe, Alter oder Verdienst zurückführen lässt, sondern allererst auf die Lust an guten und schönen Büchern. Eine Lust, die der KLAPPENTEXT selbstverständlich teilt und der er deshalb ab sofort noch mehr Ausdruck als bisher verleihen möchte. Dafür
hat er die Rubrik „Aus der Reihe“ erfunden, in der nun jeden Monat ein Buch vorgestellt werden wird (diesmal „Menschen aus Papier“ von Salvador Plascencia, erschienen im Nautilus Verlag), das auf die eine oder andere Weise etwas Besonderes – nein: etwas ganz besonders Besonderes ist. Denn etwas Besonderes
sind nunmal alle Bücher. Zumindest auf die ein oder andere Weise. Insofern (und überhaupt natürlich):

Lesen Sie gut!
wünscht Ihre Redaktion

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KLAPPENTEXT September 2009: Fliegen statt Laufen

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„Als die Lettern laufen lernten – Medienwandel im 15. Jahrhundert“ heißt die aktuelle Jahresausstellung der Bayerischen Staatsbibliothek. Auf die heutigen Tage passt die Formulierung tatsächlich nicht mehr, im Moment scheinen die Lettern ja eher zu f liegen denn zu laufen. Und daran – Stichworte Google, Urheberrecht, E-Books und so weiter – soll es auch liegen, dass es den Verlagen schlechter geht als noch in früheren Jahren. Ob das wirklich stimmt? Wir sind uns da alles andere als sicher und stimmen lieber Jörg Sundermeier zu, der in diesem Klappentext über das Ende des Ammann Verlags und der Literatur im Allgemeinen nachdenkt. Und weniger die Medien als vielmehr die Bildungsinstitutionen verantwortlich macht. Aber wir wissen ja, dass wir nicht alleine sind beim Hochhalten der Fahne für die guten Bücher.

Nicht mehr als das also diesmal:
Lesen Sie gut!
Ihre Redaktion

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KLAPPENTEXT No. 16, August 2009:
Erst- und Serientäter

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Liebe Leserinnen und Leser,

wir ahnten es schon, dass Sie sich gerade – ist schließlich August … – auf die faule Haut legen und ein bisschen Sonne auf den Bauch scheinen lassen wollten. Wiegen Sie sich da mal nicht zu sehr in fauler Sicherheit!
Denn mit diesem Klappentext könnten Sie auf längere Zeit gut zu tun haben. Zwar finden sich deutlich weniger Worte auf den Seiten als in allen früheren Ausgaben – aber die haben´s in sich. Sind nämliche Münchner Lyrikerinnen und Lyriker, die sich in dieser Sommernummer der Öffentlichkeit vorstellen. Manche freilich nicht zum ersten Mal, andere dagegen mit dieser wunderbaren Verve des Ersttäters.
Dass Sie gut lesen werden, brauchen wir Ihnen wenigstens an dieser Stelle also ausnahmsweise nicht zu wünschen. Und sagen deshalb nur:

Auf einen poetisch schönen Sommer!
Ihre Redaktion

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KLAPPENTEXT No. 15, Juli 2009: Mehr Kapitalismus wagen!

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Verehrte Leserinnen und Leser,

was wir noch nie verstanden haben: dass es offenbar als – selbst unter Literaturkritikern – ausgemachte Sache gilt, dass komplexere Bücher weniger Lust bereiten. Da mühen sich dann immer alle redlich, uns diesen oder jenen Roman schmackhaft zu machen, indem sie verräterische Wörter wie „trotzdem“ oder „gleichwohl“ benutzen (als hätte es ihnen ganz und gar nicht geschmeckt) und in allerlei rhetorischen Girlanden durchblicken lassen, dass die Lektüre hier wohl länger dauern, weil anstrengender sein könnte als in anderen Fällen. Und wir dachten immer, das sei doch das Wunderbare an der Literatur: dass sie uns zum Denken bringt, uns tagelang beschäftigt, uns nicht loslässt, uns Sätze schenkt, die bei jedem Lesen wieder anders klingen.
Selbst nach kapitalistischen Kriterien ist die Rede vom „schwierigen“ Buch kompletter Unsinn: Ist doch großartig und eine überaus rentable Sache für jeden Leser, wenn er von manchen Autoren mehr Literatur bekommt als von anderen, und das sogar zum ungefähr selben Preis. Das lohnt sich nun wirklich in jedem Sinne! Ein Beispiel gefällig? Aber gerne: Sollten Sie gerade überlegen, in Vampire zu investieren, dann lassen Sie Stephenie Meyer besten Gewissens rechts liegen und nehmen statt 24,90 Euro nur 10 Euro aus Ihrem Portemonnaie, um sich „Das fünfte Imperium“ von Viktor Pelewin zuzulegen. Da sparen Sie nicht nur 14,90 Euro, sondern haben zudem unvergleichlich viel gewonnen.

Wir wünschen also diesmal:
Rechnen Sie gut!

Ihre Redaktion

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KLAPPENTEXT No. 14, Juni 2009: Sonderzeichen

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Verehrte Leserinnen und Leser,

was wir schon lange einmal sagen wollten: Wir bitten um einen brandend brausenden Applaus für unsere Gestalterin Tanja Kischel! Da sie jeden Monat aufs Neue die Daten und Texte in Form und nicht nur die Ästhetik in Ordnung bringt und danach dann auch noch Zeit und Ideen hat, um dem Klappentext zu einem jeweils extraordinären Cover zu verhelfen.
Gerade in diesem Monat hat sie wieder besonders viel zu tun, denn voilà: Der Juni ist der Monat der Sonderzeichen. Stehen im Programm doch diesmal Namen wie Marica Bodrožic, Mila Haugová, Marián Hatala und Radoslav Tomáš.
Dass Rudolf Hermstein am 16. Juni den Münchner Übersetzerpreis verliehen bekommt, kann mithin kein Zufall sein: Die fremden Literaturen sind wieder einmal mitten unter uns. Ob das an Pfingsten liegt – Sie wissen schon: „Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen“ – ist uns ehrlich gesagt ziemlich schnuppe. Weil: Freuen tut´s uns in jedem Fall.
Und so wünschen wir also kein lost in translation, sondern wie immer:

Lesen Sie gut!
Ihre Redaktion

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