KLAPPENTEXT No. 28, August 2010
Verehrte Leserinnen und Leser,
die Stadt glänzt, selbst das Papier beginnt zu schwitzen und die Kleider werden wieder durchsichtiger. Das ist schön, klar, aber literarisch beginnt nun die staade Zeit, wie Sie an unserem ziemlich schmalen Terminkalender unschwer erkennen können. Damit Sie aber hier nicht lauter leere Seiten in Händen halten, machen wir Ihnen Lust auf mehr – auf das nächste Buch nämlich, welches auch immer das sein wird. Denn Sie leiden, das nehmen wir zumindest an, sicher genauso arg wie wir unter dieser wunderbaren Krankheit namens Lesesucht, über die sich Beate Tröger in dieser Ausgabe Gedanken macht. Gefährlich ist diese Krankheit nicht, das wissen wir ja alle, deshalb: Entziehen Sie sich dem Entzug und lesen Sie gut!
wünscht Ihre Redaktion
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KLAPPENTEXT No. 27, Juli 2010
Verehrte Leserinnen und Leser,
in diesem Monat haben die Münchner – und nicht nur die! – einer Frau zu gedenken, die nicht einfach Schauspielerin oder Schriftstellerin oder Komikerin war, sondern irgendwie alles zusammen: Am 27. Juli 1960 verstarb Elisabeth Wellano, genannt Liesl Karlstadt, in Garmisch-Partenkirchen. Natürlich weiß die Stadt um ihre Bedeutung: Mit der Monacensia kann man am 27. Juli 2010 auf den Spuren Karlstadts durch München spazieren; Gunna Wendt, die ein wahrlich hervorragendes Buch über Liesl Karlstadt geschrieben hat, ist in diesen Tagen gleich zweimal zu hören.
Und außerdem? Nun, man merkt, dass der Sommer langsam da ist oder dies wenigstens sein sollte, denn die Lesungen werden weniger – und stattdessen locken gleich mehrere Sommerfeste, in denen es mal beswingt, mal freundschaftlich, mal bayerisch zugehen soll. Bleibt uns nur noch zu sagen:
Sommern Sie gut!
wünscht Ihre Redaktion
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KLAPPENTEXT No. 26, Juni 2010
Verehrte Leserinnen und Leser,
wer´s bis jetzt immer noch nicht gemerkt hat, dem sagen wir das eben nun: Schwabing ist das neue Glockenbach.
Oder schon nicht mehr? Ach, ach, wir wollen uns in diese In-Viertel-Diskussion eh nur ganz ungern einmischen, weil man da ja ohnehin immer das Falsche sagt. Außer vielleicht, man nennt so Namen wie Hasenbergl, Giesing oder Hauptbahnhof. Die Kammerspiele bespielen grade die Goethestraße, sagen Sie? Und in Giesing hat soeben ein Künstlerhafen eröffnet? Sehn `se: schon wieder blamiert.
Nun gut, eines steht jedenfalls fest: Schwabing war vor hundert Jahren ganz sicher ein In-Viertel, auch wenn man es damals noch nicht so genannt hat. Und so etwas vergisst so eine Stadt natürlich nicht so schnell: In diesem Monat erscheint ein neues Buch über das ehemalige Wahnmoching und werden literarisch Interessierte gleich mehrfach durch die Straßen jenseits oder diesseits des Boulevard Leopold geführt. Was bleibt uns da noch zu sagen? Genau:
Vierteln Sie gut!
Wünscht Ihre Redaktion
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KLAPPENTEXT No. 25, Mai 2010:
Da materialisiert sich was
Was Helene Hegemann mit dem Heppel & Ettlich in München zu tun hat? Können wir Ihnen schon sagen: Der Blogger, den diese Autorin angeblich nicht nur einmal zitiert hat, hat soeben sein zweites Buch veröffentlicht. Er tat das im Blumenbar Verlag, der jüngst zwar München verlassen, jedoch – Glück für uns! – einen seiner beiden Köpfe, Lars Birken-Bertsch nämlich, hier vergessen hat.
Der wiederum hat sich im vergangenen Monat der roots des Verlags erinnert und eine Bar im Gärtnerplatzviertel eröffnet. Dort stellt in diesem Monat Steve Toltz seinen Roman „Vatermord und andere Familienvergnügen“ vor; Mitveranstalter ist die Buch-Community lovelybooks.de, deren Macher bereits seit ein paar Monaten Lesungen im real life veranstalten. Lovelybooks.de, das sollte man in diesen Zeiten und bei social communitys ohnehin dazu sagen, ist eine Tochter der Verlagsgruppe Holtzbrinck, der auch der S. Fischer Verlag, der Rowohlt Verlag, Kiepenheuer & Witsch, Droemer-Knaur und der Argon Verlag gehören.
Ein unternehmerisches Gegenteil von lovelybooks.de ist vielleicht tubuk.com: Hier haben sich eine Reihe so genannter kleiner und unabhängiger Verlage zusammen geschlossen, um ebenfalls mit den Mitteln des Web 2.0 ihren Lesern näher zu kommen. Und auch Tubuk wagt nun den Schritt heraus aus dem Netz mit einer eigenen Lesereihe namens „Tubuk lässt lesen“ (siehe Letzte Seite: Pressemeldung des Monats), die – womit wir am Ende unserer rein rhetorischen Kette wären – ihre Premiere in diesem Monat im Heppel & Ettlich mit der Autorin Ulrike Almut Sandig feiert. Anders und deutlich kürzer gesagt: Wenn Blogger Bücher publizieren und social communitys Lesungen veranstalten, dann sieht es nicht danach aus, als wäre die anfassbare Wirklichkeit kein Desiderat für das World Wide Web. In diesem Sinne:
Begehren Sie gut!
wünscht Ihre Redaktion
P.S.: Nur Deef Pirmasens mag bei dieser Theorie mal wieder nicht mitspielen und beendet in diesem Monat seine Reihe multimedialer Lesungen in der Niederlassung. Was Neues sei aber schon in Planung, heißt es.
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KLAPPENTEXT No. 24, April 2010
Verehrte Leserinnen und Leser,
sofern Sie das Adjektiv „aufmerksam“ als Präfix verdient haben, dann kennen Sie die Klappentext-Autorin Beate Tröger natürlich längst. Was Sie bislang jedoch vielleicht nicht wussten: Beate ist zwar in Bayern aufgewachsen, jedoch nicht in München, und hat sich nach einem Umweg über Berlin mittlerweile in Frankfurt niedergelassen.
Das beschert dem Klappentext nicht nur alljährlich die schönste, weil bücherreichste und auch ansonsten nahrhafteste Buchmessen-Unterkunft, die man sich nur vorstellen kann, sondern in diesem Monat gleich zwei Artikel, die ihren Neid auf unser literarisches Leben in der bayerischen Landeshauptstadt nur unschwer verbergen können. Erst Suhrkamp und nun auch noch Maria Gazetti!, seufzt Beate. Um gleich hinterher zu schicken: Und Wortspiele gibt es am Main schon gar keine! Die finden in diesem Jahr nämlich das zehnte Mal statt – wieso wir nicht nur Beate um einen Blick von außen darauf gebeten haben, sondern auch Johan de Blank zum Gespräch an seinen Esstisch.
Außerdem seine Finger im Spiel hat der Klappentext beim Literaturblog Bayern (siehe Letzte Seite), der Ihnen allen hiermit herzlich ans Herz gelegt sei. Wir könnten Ihren Rat und Ihre Tat da nämlich sehr gut gebrauchen. In diesem Sinne:
Browsen Sie gut!
wünscht Ihre Redaktion
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KLAPPENTEXT No. 23, März 2010
Verehrte Leserinnen und Leser,
wie wir im Februar-Editorial bereits verhalten angedeutet hatten, zählen wir nicht zu den größten Krimifans dieses unseres Erdenrunds. Sollte Ihnen das ähnlich ergehen, dann müssen Sie deshalb allerdings noch lange nicht verzweifeln. Nicht einmal in diesem März, in dem sich das Münchner Krimifestival in Sektionssälen und Großraumzellen herumtreibt. Die Literatur nämlich gibt sich davon ziemlich unbeeindruckt und findet einfach trotzdem statt. An eher gewöhnlichen Orten, zugegeben, aber uns sind Pomp und Circumstances ohnehin nie ganz geheuer. Ein Buch auf einem Tisch und ein Autor auf einem Stuhl genügen uns als literarische Innenarchitektur nämlich vollauf. Von den buchstäblichen Mördern mal abgesehen, sitzen auf diesen Stühlen in diesem Monat erfreulich viele junge und erfreulich viele nicht in Deutschland geborene Autoren herum. Und ums Eigene und Fremde wird es wohl auch in der Lesung von Helene Hegemann gehen – die uns den Stempel „Garantiert Axolotl-frei„, den wir dem Klappentext in diesem Monat gar zu gerne aufgedrückt hätten, dann leider doch unmöglich macht. Sei´s drum, lesen Sie trotzdem oder gerade deswegen gut!
wünscht Ihre Redaktion
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KLAPPENTEXT No. 22, Februar 2010:
Auf Abwegen
Verehrte Leserinnen und Leser,
beinahe hätten wir es ja verpasst, dass die Tage schon wieder länger werden – weil wir noch mittendrin stecken in Roberto Bolaños „2666“, genauer gesagt: in dem „Teil von den Verbrechen“, wo sich eine Tote an die nächste reiht, während verschiedene Polizisten, Journalisten und anderweitig an der Lösung dieser Fälle Interessierte auftauchen, recherchieren, bleiben oder auch spurlos wieder verschwinden. Und wir einfach nicht schlau draus werden, warum um Himmels Willen (oder ist das hier just die falsche Metapher?) das gar so spannend ist, obwohl wir doch unsere gesamte Bibliothek darauf verwetten würden, dass der Täter sicher nicht gefasst wird.
Nun, im nächsten Monat ist das wieder anders, da gibt es die neueste Ausgabe des Krimifestivals und werden also allerlei Täter gefasst, und zwar mit geradezu geheimdienstlicher Sicherheit. Am besten also, Sie entspannen sich bis dahin, erfreuen sich vielleicht sogar am Faschingsgewand, bevor wieder die Maskerade von Mord und Totschlag die Stadt bevölkert, von Roberto Bolaño trotzdem leider keine Rede mehr sein wird, wir aber dennoch einen unendlichen Spaß haben werden.
Sie finden, das Editorial ist diesmal aber etwas arg lang und umwegig geworden? Na, dann: Man ist eben, was man liest. In diesem Sinne:
Lesen Sie gut!
wünscht Ihre Redaktion
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KLAPPENTEXT No. 21, Januar 2010
München bekommt endlich ein (hoffentlich!) ordentliches Literaturfestival. Und Bayern endlich ein hoffentlich nicht minder ordentliches Literaturportal. Was dem Klappentext da noch zu wünschen übrig bleibt für 2010? Ach, einiges. Weniger Bücher zum Beispiel. Weil ohnehin schon viel zu viele auf dem Markt sind, die wir nie werden lesen können. Und natürlich: mehr Bücher. Weil es dann leider doch noch viel zu wenige gibt, die uns Herz und Hirn erhitzen und uns beinahe um den Verstand bringen. Sie sehen´s schon: Wir sind so f latterhaft und unentschieden wie eh und je – und sonst ändert sich auch nix. In diesem Sinne wünschen wir:
Lesen Sie gut!
Ihre Redaktion
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KLAPPENTEXT No. 20, Dezember 2009

Liebe Leserinnen und Leser,
nein, wir haben nicht die Schweinegrippe – aber wohl fühlen wir uns trotzdem gerade nicht besonders, weil der Hals schmerzt und das Hirn ein wenig verstopft ist. Und das, bevor der Winter überhaupt richtig angefangen hat! Decken wir uns eben zu und nehmen ein wärmendes Buch mit hinein, das uns am besten noch ins gesunde Schwitzen bringt.
Deshalb an dieser Stelle nur so viel: Bei Ihrem Weihnachtsshopping hätte der Klappentext gerne eine Wörtchen mitzureden. Und tut das deswegen einfach, Sie finden in dieser Ausgabe eine Reihe Geschenkempfehlungen – mit denen Sie sich freilich auch selbst erfreuen können, das ist uns doch völlig gleich … Zeit dafür haben Sie jedenfalls genug, denn Lesungen gibt es in diesem besinnlichen Monat deutlich weniger als sonst.
Lesen Sie auch diesen Monat gut!
wünscht Ihre Redaktion
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KLAPPENTEXT No.19, November 2009:
Um´s mal vorsichtig zu sagen
Die Münchner Bücherschau ist ja nun nicht gerade das, was wir uns unter einer literarischen Leistungsschau vorstellen. Weil: Literatur liegt da vielleicht in Buchform in den Regalen, gibt es aber nur in ausnahmigsten Ausnahmefällen (Mohammed Hanif als bestes Beispiel! Siehe die Besprechung in diesem
Klappentext) auf der Bühne zu sehen. Glauben Sie nicht? Na, dann lesen Sie sich das Programm aber einmal in aller Ruhe durch. Da hätten wir zum Beispiel den Theologen Hans Küng, der sein Buch „Was ich glaube“ vorstellt, sowie ein weiteres Exemplar der Sorte Wir-haben-auch-einen-Saviano-im-Programm, nämlich Raffaele Cantone und sein Buch „Allein für die Gerechtigkeit“. Auch Alfons Adabei Schuhbeck ist freilich mit von der Partie, um seine „Küche der Gewürze“ vorzustellen. Der Rowohlt Verlag wiederum schickt – das lasse man sich auf der Zunge zergehen – nicht etwa Friedrich Christian Delius oder Inge Jens oder Alfred Grosser oder David Wagner oderoderoder, sondern den so genannten Gedankenleser Thorsten Havener (warum eigentlich nicht gleich Eckart von Hirschhausen?!). Nicht, dass wir irgendetwas gegen diese Bücher hätten – nur hatten wir uns doch ein wenig mehr Literatur erwartet, als das Programm der Bücherschau ins Haus geflattert kam. Es hat also doch einen Grund, dass die Bücherschau Bücherschau heißt und eben nicht Literaturschau – was uns natürlich besser gefiele. Aber egal, denn uns
kann das nur recht sein: Bücher gibt´s auf der Bücherschau – und Literatur weiterhin und naturgemäß in rauen Mengen im Klappentext.
Lesen Sie auch diesen Monat gut!
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