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Wortspiele 2008: And the winner is …

Posted on | April 13, 2008 | Kommentare deaktiviert

Nun sind sie also zuende gegangen, die achten Wortspiele, die Wortspiele 2008. Als Tagessieger durften jeweils einen Mont-Blanc-Füller mit nach Hause nehmen: Clemens Meyer (10.4.), FX Karl (11.4) und Monique Schwitter (12.4.). Bevor der BR-Preis im Wert von 2000 Euro (in diesem Jahr verdoppelt, 2007 gab´s noch ‘nur’ 1000 Euro) verkündet wurde, sprach die heutige Moderatorin Tanja Dückers ein paar Worte mit einem Drittel der Jury, nämlich mit der BR-Redakteurin Cornelia Zetzsche über das diesjährigen Festival. Zetzsche nannte 2008 einen “guten Jahrgang” und erkannte als Gemeinsamkeit der Lesenden (soweit eine Generalisierung eben möglich ist), dass die politischen Themen “wieder da” seien.

Das Letztere kann man gut und gern so stehen lassen, die Zeiten der narzisstischen Nabelschauen scheinen tatsächlich vorbei; Ersterem kann ich allerdings nicht ganz zustimmen. Ich fand es einen ausgesprochen mauen Jahrgang. Nicht, dass die Texte schlecht gewesen wären, das keinesfalls.
Es stach nur so gar nichts hervor, man konnte sich über nichts ärgern, sich für nichts wirklich begeistern, man schrie nie vor Schmerz und jauchzte nie vor Freude. Mit Wehmut denke ich da an Michael Stavaric oder Kevin Vennemann im vergangenen Jahr zurück, bei denen Form und Inhalt derart ineinander aufgingen oder zumindest eine derart außergewöhnliche Verbindung eingingen, dass man gar nicht anders konnte, als festzustellen, dass es da gerade etwas Besonderes zu hören gab. Dagegen in diesem Jahr: eine durchweg vorhersehbare Pointe von Clemens Meyer, ziemlich schief geratene Metaphern von FX Karl (Wagemutige behaupten, das könnte Absicht sein), langweilige Landschaften von Hans Platzgumer, ausnehmend viel “Mandelkern” von Thomas Pletzinger, stereotyper Humor von Stefan Wimmer und reichlich Ätherisch-Minutiöses von Jörg Matheis und Marcus Braun. Was natürlich alles Vorurteile sind: Mehr als die Ausschnitte, die sie im Ampere gelesen haben, weiß ich von ihren Büchern nicht.

Meine persönlichen Favoriten – in order of appearance: Max Dorner, Katja Oskamp und Jan Böttcher – haben gleich mal gar nix gewonnen. Womit wir wieder beim Thema wären: The winner of the BR-Wortspiele-Preis ist Fridolin Schley (siehe unscharfes Foto, zusammen mit der Überreicherin Tanja Dückers, die Schulter links im Bild gehört Thomas Lang), die Jury begründete das mit der “Sebaldschen Sprachmelodie” (das Vorbild war wirklich nicht zu überhören) und mit den “feinen Fäden”, die Schley “zwischen Vergangenheit und Zukunft zieht”. Es mag auch das Lokalmatadorige eine Rolle gespielt haben – Schley ist Münchner -, allerdings hat mir sein Text ebenfalls recht gut gefallen, gerade auch wegen der Ambitionen, die darin stecken, diese Entscheidung geht (imho!) demnach absolut in Ordnung. Bis zum nächsten Jahr also! (Und großen Dank natürlich wie immer an die beiden, die das alles organisieren: Jana und Johan de Blank!)

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