KLAPPENTEXT No. 26, Juni 2010
Verehrte Leserinnen und Leser,
wer´s bis jetzt immer noch nicht gemerkt hat, dem sagen wir das eben nun: Schwabing ist das neue Glockenbach.
Oder schon nicht mehr? Ach, ach, wir wollen uns in diese In-Viertel-Diskussion eh nur ganz ungern einmischen, weil man da ja ohnehin immer das Falsche sagt. Außer vielleicht, man nennt so Namen wie Hasenbergl, Giesing oder Hauptbahnhof. Die Kammerspiele bespielen grade die Goethestraße, sagen Sie? Und in Giesing hat soeben ein Künstlerhafen eröffnet? Sehn `se: schon wieder blamiert.
Nun gut, eines steht jedenfalls fest: Schwabing war vor hundert Jahren ganz sicher ein In-Viertel, auch wenn man es damals noch nicht so genannt hat. Und so etwas vergisst so eine Stadt natürlich nicht so schnell: In diesem Monat erscheint ein neues Buch über das ehemalige Wahnmoching und werden literarisch Interessierte gleich mehrfach durch die Straßen jenseits oder diesseits des Boulevard Leopold geführt. Was bleibt uns da noch zu sagen? Genau:
Vierteln Sie gut!
Wünscht Ihre Redaktion
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Björn Bicker liest “Illegal”
| 31. Mai 2010 | ||
| 20:00 |
Wir wissen alle, dass sie da sind. Dass sie für uns arbeiten. Und keine Papiere haben. Illegal sind. »wir arbeiten, wir sind ordentlich, wir sind fleißig, wir haben einen traum« – wie ein Song beginnt dieses Buch. Es erzählt davon, wie sich das Leben in einem Land anfühlt, in dem man offiziell nicht existiert. Einer kommt aus der Ukraine. Er hat dort studiert und spricht vier Sprachen. Einer kommt aus Kurdistan. Er ist gefoltert worden. Eine kommt aus Ecuador. Dort war sie Sekretärin. Die Stimmen, die Björn Bicker zu diesem Buch verdichtet hat, erzählen von Abhängigkeit und Ausgeliefertsein, aber auch von einem unbändigen Lebensmut.
Eintritt: € 5/3
Club Indigo, IG Initiativgruppe, Karlstraße 48-50, Hinterhaus
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Function follows fairytale
| 17. Juni 2010 | ||
| 20:00 |
Buchpräsentation, Lesung und DJ-Set mit Aylin Langreuther, Andreas Neumeister und Christopher Roth: Dinge, die streben, sich strecken, sich neu formieren und über sich hinauswachsen; funktionale Elemente, die sich in den Vordergrund drängen und ohne Nutzwert wahrgenommen werden möchten – in »Function Follows Fairytale« führen die Dinge ein Eigenleben und versuchen, ihre Bestimmung aus eigener Kraft zu überwinden – mit ungewissem Ausgang.
Eintritt: € 6/4
Villa Stuck, Prinzregentenstraße 60
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Max Goldt liest
| 6. Juni 2010 | ||
| 20:00 |
Berichte aus der hellen alten Zeit, Texte aus dem “Buch namens Zimbo” u. a. In seiner Kleistpreis-Rede von 2008 wägt der Autor die verschiedenen Kategorisierungen, die ihm landläufig zugeordnet werden, ab und deklariert sie allesamt als unbefriedigend. Dichter, Satiriker, Kolumnist, Alltagsbeobachter – nichts davon scheint ihm gerecht zu werden. Das Amt, das er versieht, ließe sich lediglich als das eines Schiedsrichters der Sitten beschreiben. So sei es …
Eintritt: € 15
Volkstheater, Brienner Straße 50
Sabine Brandl liest “Und täglich grüßt die Erinnerung”
| 2. Juni 2010 | ||
| 20:00 |
Zwei Frauen, zwei Welten: die stille Lisa und die feurige Carmen. Sie sehen sich nach 15 Jahren auf einem Klassentreffen wieder – Nichts scheint sich verändert zu haben und doch ist alles neu und anders: Lisa, inzwischen Ehefrau und Mutter, gerät in einen emotionalen Ausnahmezustand. Sie ist noch immer in Carmen verliebt, will ihr aber aus dem Weg gehen, da sie um ihre „Familienidylle“ fürchtet. Doch Carmen, die wiederum nichts von Lisas Gefühlen ahnt, will herausfinden, warum sich ihre Freundin so merkwürdig verhält. Es kommt zu Verwicklungen voller Tragik und Komik. Lisa, hin- und hergerissen zwischen Sehnsucht und Angst, verfängt sich bald in einem Gespinst aus Verdächtigungen und Lügen. Kaum scheint eine Lösung in Sicht, steht sie schon vor neuen Rätseln … Was verheimlicht ihr Mann? Wer hintergeht hier wen? Und warum kommt sie von Carmen nicht los?
Eintritt: € 7
Giesinger Kult(ur)café, Tegernseer Landstraße 96
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Ein Abend für Peter Horst Neumann 1936 – 2009
| 29. Juni 2010 | ||
| 19:00 |
An diesem Abend werden Gedichte von Neumann gelesen, wird über Gedichte gesprochen, wird der Essayist Neumann gewürdigt, der auf so einzigartige Weise Wissenschaft und Poesie in seinem Oeuvre vereinigte, ja alle Musen unter dem
lichten Dach seiner Sprach- und Deutungskunst beschirmte – vor allem die Musik, in der er von früh an fast ebenso zu Hause war wie in der Literatur und von der es anlässlich des Gedenkens ebenfalls zu hören geben wird.
Einführung: Dieter Borchmeyer, es lesen und sprechen Barbara von Wulffen, Albert von Schirnding, Dagmar Nick, und Jens Malte Fischer.
Bayerische Akademie der Schönen Künste, Max-Joseph-Platz 3
Das literarische Akademie-Forum: Swantje Lichtenstein und Morten Søndergaard
| 15. Juni 2010 | ||
| 19:00 |
Swantje Lichtenstein wurde 1970 in Tübingen geboren, sie studierte Germanistik, Philosophie und Soziologie in Tübingen, Köln und Bonn und promovierte in Köln über neuere Lyrik. 2006 erschien ihr erster Lyrikband “figurenflecken oder: blinde verschickung”, 2009 folgte “Landen” und eben erscheint der Band “Entlang der lebendigen Linie. Sexophismen. Ein lyrischer Zyklus”. Morten Søndergaard wurde 1964 in Kopenhagen geboren. Er schreibt Lyrik und Prosa, ist Übersetzer und war mehrere Jahre Herausgeber der dänischen Zeitschrift hvedekorn. Seit seinem Debüt 1992 hat er eine Vielzahl von Büchern Anthologien und ein alternatives Lexikon veröffentlicht sowie gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Merete Pryds Helle zwei Krimis geschrieben. Seine wichtigsten Gedichtbände sind “Bier dør sovende” (Bienen sterben im Schlaf) von 1998, “Vinci, senere” (Vinci, später) von 2002. Zuletzt ist der Gedichtband “et skridit i den rigtige tetning/Ein Schritt in die richtige Richtung” zweisprachig erschienen.
Einführung: Kevin Perryman.
Bayerische Akademie der Schönen Künste, Max-Joseph-Platz 3
Bekenntnisse
| 8. Juni 2010 | ||
| 19:00 |
Ingried Wohllaib liest aus ihrem Roman “Gasthauskind”, Wolfgang Hegewald aus “Fegefeuernachmittag”: Zwei Autoren fast gleichen Alters (Jahrgang 1951 und 52), doch nach Herkunft, Wesen und Werdegang denkbar unterschiedlich, beschreiben in zwei 2009 erschienenen Romanen ihre Passion: zwei bedrückende Wirklichkeiten, die Kunst als existentielle Antwort.
Einführung und Moderation: Petra Morsbach.
Eintritt: ?
Bayerische Akademie der Schönen Künste, Max-Joseph-Platz 3
„Leidenschaft für die Berge“ – Aus den Erinnerungen Münchner Juden
| 16. Juni 2010 | ||
| 19:00 |
München und die Voralpenregion, das bedeutet einen Katzensprung in die Berge. Martin Feuchtwanger, Charlotte Stein-Pick, Grete Weil, Therese Rheinfelder, sie alle liebten die Berge. Die „bayerische Anne Frank“, Lissy Block, gibt in ihrem Tagebuch begeisterte Beschreibungen über ihre Ausflüge auf die Kampenwand und den Samerberg. Und nach dem bekanntesten Münchner jüdischen Alpinisten, Professor Gottfried Merzbacher, der zahlreiche Erstbesteigungen machte, ist eine Tour im Wilden Kaiser, der sogenannte „Merzbacherweg“ benannt. Die Berge gehörten fest zum bayerisch-jüdischen Lebenstil der jüdischen Bürgerin dieser Region, waren ein selbstverständlicher Teil ihrer Kultur. Es lesen Monika Manz und Wolf Euba.
Eintritt: € 5
Jüdisches Gemeindezentrum, St.-Jakobs-Platz 18
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“Bilder wachsen aus Rauch und Traum und Flamme”
| 24. Juni 2010 | ||
| 19:00 |
Szenische Lesung von Horst Bieneks Texten über Oberschlesien. Rezitator und Sprecher: Oskar Ansull, Schauspieler, Musik: Theo Jörgensmann, Klarinette. In Kooperation mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa, Potsdam.
Eintritt: € ?
Haus des deutschen Ostens, Am Lilienberg 5


