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DAS LITERATURPORTAL FÜR MÜNCHEN

KLAPPENTEXT No. 15, Juli 2009: Mehr Kapitalismus wagen!

Verehrte Leserinnen und Leser,

was wir noch nie verstanden haben: dass es offenbar als – selbst unter Literaturkritikern – ausgemachte Sache gilt, dass komplexere Bücher weniger Lust bereiten. Da mühen sich dann immer alle redlich, uns diesen oder jenen Roman schmackhaft zu machen, indem sie verräterische Wörter wie “trotzdem” oder “gleichwohl” benutzen (als hätte es ihnen ganz und gar nicht geschmeckt) und in allerlei rhetorischen Girlanden durchblicken lassen, dass die Lektüre hier wohl länger dauern, weil anstrengender sein könnte als in anderen Fällen. Und wir dachten immer, das sei doch das Wunderbare an der Literatur: dass sie uns zum Denken bringt, uns tagelang beschäftigt, uns nicht loslässt, uns Sätze schenkt, die bei jedem Lesen wieder anders klingen.
Selbst nach kapitalistischen Kriterien ist die Rede vom “schwierigen” Buch kompletter Unsinn: Ist doch großartig und eine überaus rentable Sache für jeden Leser, wenn er von manchen Autoren mehr Literatur bekommt als von anderen, und das sogar zum ungefähr selben Preis. Das lohnt sich nun wirklich in jedem Sinne! Ein Beispiel gefällig? Aber gerne: Sollten Sie gerade überlegen, in Vampire zu investieren, dann lassen Sie Stephenie Meyer besten Gewissens rechts liegen und nehmen statt 24,90 Euro nur 10 Euro aus Ihrem Portemonnaie, um sich “Das fünfte Imperium” von Viktor Pelewin zuzulegen. Da sparen Sie nicht nur 14,90 Euro, sondern haben zudem unvergleichlich viel gewonnen.

Wir wünschen also diesmal:
Rechnen Sie gut!

Ihre Redaktion

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KLAPPENTEXT No. 14, Juni 2009: Sonderzeichen

Verehrte Leserinnen und Leser,

was wir schon lange einmal sagen wollten: Wir bitten um einen brandend brausenden Applaus für unsere Gestalterin Tanja Kischel! Da sie jeden Monat aufs Neue die Daten und Texte in Form und nicht nur die Ästhetik in Ordnung bringt und danach dann auch noch Zeit und Ideen hat, um dem Klappentext zu einem jeweils extraordinären Cover zu verhelfen.
Gerade in diesem Monat hat sie wieder besonders viel zu tun, denn voilá: Der Juni ist der Monat der Sonderzeichen. Stehen im Programm doch diesmal Namen wie Marica Bodrožic, Mila Haugová, Marián Hatala und Radoslav Tomáš.
Dass Rudolf Hermstein am 16. Juni den Münchner Übersetzerpreis verliehen bekommt, kann mithin kein Zufall sein: Die fremden Literaturen sind wieder einmal mitten unter uns. Ob das an Pfingsten liegt – Sie wissen schon: “Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen” – ist uns ehrlich gesagt ziemlich schnuppe. Weil: Freuen tut´s uns in jedem Fall.
Und so wünschen wir also kein lost in translation, sondern wie immer:

Lesen Sie gut!
Ihre Redaktion

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