Peter Huchel
Am 3. April 1903 wird Peter Huchel in Lichterfelde bei Berlin geboren. Auf dem Bauernhof seines Großvaters aufgewachsen, lebt er 1925 als freier Schriftsteller in Berlin, wo er Gedichte und Hörspiele verfasst. Er versteht sich als Naturdichter, aus Furcht vor einer Vereinnahmung seiner Gedichte durch die Nationalsozialisten veröffentlicht er von 1933 bis 1945 jedoch kaum Lyrik. 1941 wird er zur Luftwaffe eingezogen, 1945 gerät er in sowjetische Kriegsgefangenschaft. So sind auch seine späteren Gedichte geprägt von Kriegs-und Fluchterfahrungen. 1949 wird Huchel Chefredakteur der Literaturzeitschrift Sinn und Form, doch gerät er auch in der DDR aufgrund seines parteiunabhängigen Literaturdiskurses in Konflikt mit der Politik, weshalb er 1962 als Chefredakteur zurücktritt. Mehr und mehr gerät er in die berufliche Isolation, erst Recht, als er den ihm verliehenen Westdeutschen Fontane-Preis nicht ablehnt – er erhält weder Publikationsmöglichkeiten, noch Reiseerlaubnisse, kann aufgrund dessen 1965 einer Berufung an den Lehrstuhl für Poetik in Frankfurt am Main nicht folgen, und 1968 den ihm verliehenen Großen Kunstpreis von Nordrhein Westfalen nicht entgegennehmen. Erst 1971 gelingt ihm mit Hilfe des PEN-Zentrums die Ausreise aus der DDR. Heute kann man in seinem ehemaligen Wohnhaus in Wilhelmshorst eine Gedenkstätte, das Peter-Huchel-Haus, besuchen. Am 30.April 1981 stirbt Peter Huchel in Staufen im Breisgau. Zu seinen Ehren vergibt Baden-Württenberg seit 1984 den Peter-Huchel-Preis, mit 10.000 Euro einer der höchstdotierten Preise für Lyriker.
Wer mehr über den Dichter erfahren möchte, kann auf der Seite der Künstlerkolonie Berlin weiterlesen oder ihn bei lyrikline.org lesen und hören.
Haiku
Wer Haiku liebt hatte noch vor einiger Zeit eher einsam und heimlich geliebt, denn viel Öffentlichkeit erhielten diese aus Japan stammenden Miniaturen im Allgemeinen nicht. Vielleicht liegt es daran, dass Haiku sms-kompatibel sind, denn mittlerweile gibt es im Internet etliche Plattformen, die sich mit dieser kleinen, gleichwohl komplexen Kürzestlyrik beschäftigen.
Als erstes ist die Deutsche Haiku Gesellschaft e.V. zu nennen. Neben literatur- und kulturwissenschaftlichen Aufsätzen und Essays zum Haiku gibt es dort eine Auswahl von deutschsprachigen Haiku zu lesen. Außerdem wird die Vierteljahresschrift “Sommergras” des Vereins zum kostenlosen Download angeboten, in der u.a. Bücher und weitere Webseiten rund um und mit Haiku besprochen werden.
Wer sich lieber auf nicht wissenschaftliche Art und Weise mit Haiku beschäftigen möchte, dem sei HaikuHaiku empfohlen. Diese übersichtliche Seite bietet neben einer Auswahl gelungener Haiku auf amüsante Weise einiges Wissenswerte über die Wurzeln des Haiku, erklärt, was Haiku sind und was sie nicht sind, und nicht zuletzt erfährt man hier, wie man zwei Jahre lang mit der Arbeit an einem einzigen Haiku verbringen kann.
KLAPPENTEXT: Die Nullnummer, April 2008
Zugegeben: Wir haben eine Mission. Wir wollen Literatur unter die Münchner Leute bringen. Denn seit das Literaturblatt des Münchner Kulturreferats vor gut zwei Jahren eingestellt wurde, ist kaum mehr in Erfahrung zu bringen, wann, wo und wie man die Literatur in dieser Stadt erfahren kann. Geschweige denn, dass man zufällig auf sie stößt – was schließlich zu den schönsten Begegnungen zählt.
Das wird nun anders werden: Ab sofort erscheint monatlich der KLAPPENTEXT, der die Münchner Lesungstermine zusammenfasst und weiteres über Literatur erzählt – diesmal etwa über Literatur als Event, über Rudolf Lorenzen, das Onlineportal Tubuk und noch ein paar andere Dinge.
Da Sie dessen Nullnummer ohnehin gleich in Händen halten oder vor Augen haben werden, wollen wir auch weiters gar nichts sagen – außer: Über Lob, Kritik, Fragen, Spenden, aufmunternde Worte, Fresspakete und andere sachdienliche Hinweise freuen wir uns immer: info[at]literatur-muenchen.de.
Und nun lesen Sie gut!
wünscht Ihr KLAPPENTEXT
P.S.: Der Terminkalender des KLAPPENTEXT ist prall gefüllt, obwohl darin nicht alle Lesungen, Vorträge und Schreibwerkstätten Platz gefunden haben. Zur Vervollständigung Ihres literarischen Freizeitstresses konsultieren Sie bitte weiterhin unsere Website www.literatur-muenchen.de.
P.P.S.: Dass es den KLAPPENTEXT zunächst nur im PDF-Format gibt, hat natürlich finanzielle Gründe – wer dem abhelfen möchte, ist herzlich eingeladen, das zu tun unter info[at]literatur-muenchen.de.
Jetzt wird´s aber wirklich Zeit: KLAPPENTEXT #0 lesen! (PDF)
Dorfgiganten III
| 12. April 2008 | ||
| 20:00 |
Geschichten über Querköpfe, Sturschädel, Alltagshelden und heimliche Lieblinge aus unserem Weltdorf mit Herz. Diesmal: Bally Prell – mehr als eine Schönheitskönigin. Wie immer gelesen von Rovan, Schmidt und Gästen.
Ort: Cafe Hüller, Eduard-Schmid-Straße 8
Eintritt: € 5
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Materienverdichtung: Lyrik heute
Da braut sich was zusammen: “Im Moment kommt es mir so vor, als wenn das schwarze Loch, in dem die ganze Lyrik für die größere Öffentlichkeit verschwunden ist, so viel Masse hat, dass es irgendwann explodieren muss”, sagte der S. Fischer-Lektor Hans Jürgen Balmes laut Monsters & Critics anlässlich des Welttages der Poesie, der vor knapp einer Woche, am 21. März, begangen wurde.
Tatsächlich hat man das – naturgemäß subjektive – Gefühl, dass nie so viele Gedichte wie heute geschrieben wurden. Auch auf der Leipziger Buchmesse war man ständig überrascht von den zahlreichen Verlagen, die sich um die Lyrik bemühen. Ab sofort gibt es da sogar noch einen: Eben vermeldet Buchmarkt das erste Programm von luxbooks, das sich fast vollständig aus Gedichtbänden zusammensetzt und dabei einen schönen wie interessanten Schwerpunkt auf die amerikanische Lyrik legt (luxbooks-Vorschau als PDF).
Warum sich so wenige Leser für die Poesie erwärmen lassen, bleibt fraglich – erfüllt sie doch all die Bedingungen, die zeitgemäße Literatur angeblich ausmacht: das Fragmentarische, das Hintergründige, das Nicht-Eindeutige und schließlich die Kürze, die dem ach so schnelle Leben von heute gut ins Programm passen sollte. Dennoch herrscht offenbar mehr Lust an der großen Erzählung, dem Roman, der am besten ganze Jahrhunderte umspannt oder mindestens epische Qualitäten hat. Will da womöglich eine Kausalität und Linearität erlesen werden, die real nicht mehr existiert?
Dass den aktuellen lyrischen Werken keinesfalls an Qualität mangelt, betont auch Balmes in dem Interview. Es fehle zwar an den großen Namen, sagt Balmes und denkt an Bachmann, Benn und Brecht, jedoch seien die heutigen Gedichte “vielleicht sogar besser, aber die öffentliche Beachtung ist nicht mehr im selben Maße da.” Balmes spricht von einer “Binnenöffentlichkeit”, die sich etabliert habe. Dem wäre nur noch hinzuzufügen, dass diese Binnenöffentlichkeit zumeist weniger aus reinen Lesern, sondern vor allem aus Schreibern besteht: Offenbar liest vor allem Gedichte, wer selbst auch welche schreibt (wie gut die nun auch immer sind).
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Martin Arz stellt sein Buch “Isarvorstadt” vor
| 24. April 2008 | ||
| 19:30 |
Martin Arz stellt sein neues Buch über die “Isarvorstadt” vor – ein Stadtteil, der drei Viertel umfasst: Glockenbach-, Schlachthof- und Gärtnerplatzviertel. Und ein Viertel mit Vergangenheit: Glockengießer, Mühlräder und Floßhafen und heute: Szeneviertel.
Ort: Buch in der Au, Humboldtstrasse 12
Eintritt: € 6/€ 4
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Buchpräsentation: “Adolf Hildebrand und seine Welt – Briefe und Erinnerungen”
| 22. April 2008 | ||
| 20:00 |
Adolf von Hildebrand (1841-1921), der bedeutendste deutsche Bildhauer seiner Zeit, ist als der Erneuerer der deutschen Plastik in die Kunstgeschichte eingegangen. Sein Name wurde 1894 mit der Errichtung des Wittelsbacher Brunnens am Lenbach-Platz in München allgemein bekannt und Hildebrand selbst zu einer der herausragenden Gestalten der blühenden Prinzregentenzeit. Sein stattliches Haus am Isarhochufer, das heute die Monacensia, das Literaturarchiv der Stadt München, beherbergt, war zu seinen Lebzeiten ein Treffpunkt der guten Gesellschaft.
Hildebrands Briefwechsel mit Hans von Marées, Conrad Fiedler, Hans Thoma, Cosima Wagner, Kronprinz Rupprecht von Bayern und vielen anderen geben Einblick in eine glanzvolle Epoche, die mit Kriegsausbruch 1914 unwiederbringlich verloren gegangen ist. Die Briefe und Erinnerungen Adolf von Hildebrands, herausgegeben von seinem Urgroßenkel Florian Sattler, erscheinen als 50. Band der „edition monacensia“ im Allitera Verlag, München.
Begrüßung: Dr. Elisabeth Tworek, Leiterin der Monacensia; Dr. Wolfram Göbel, Verleger des Allitera Verlags; Dr. Hans-Georg Küppers, Kulturreferent der Landeshauptstadt München; Lesung: Peter Weiß, Schauspieler; Moderation: Florian Sattler, Herausgeber des Buches “Adolf von Hildebrand und seine Welt”
Ort: Monacensia, Maria-Theresia-Str. 23
Eintritt frei
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Denis Goldberg (Südafrika) liest aus Joel Joffes “Der Staat gegen Mandela”
| 8. April 2008 | ||
| 19:00 |
Im November 1963 begann der berühmte Rivonia-Prozess in Pretoria/Südafrika gegen Mitglieder von Umkhonto We Sizwe, dem militärischem Flügel des African National Congress (ANC). Auf der Anklagebank saßen unter anderem Nelson Mandela, Walter Sisulu, Govan Mbeki und Denis Goldberg, der Angeklagte Nummer Drei. Die Angeklagten waren Widerstandskämpfer gegen das Apartheidsregime, die sich für Freiheit und Gleichberechtigung einsetzten. Durch den Mut der Angeklagten gerieten die rassistischen Vertreter des Apartheid-Gerichts erstmalig unter so großen internationalen Druck, dass sie die angekündigten Todesstrafen nicht verhängen konnten.
Joel Joffe, einer der fünf Verteidiger im Rivonia-Prozess, schrieb 1965 einen Report über die schier aussichtslose juristische Schlacht um das Leben der Angeklagten. Erst dreißig Jahre später wurde dieses Zeugnis in Südafrika als Taschenbuch veröffentlicht und liegt inzwischen in deutscher Übersetzung vor.
1933 in Kapstadt geboren, engagierte sich der Diplom-Ingenieur Denis Goldberg bereits in den fünfziger Jahren in der vom ANC geführten Kongressbewegung, deren Ziel die Abschaffung der Apartheid war. 1961 trat er Umkhonto we Sizwe, dem militärischen Arm des ANC, bei. 1963 wurde er verhaftet, im Rivonia-Prozess wegen Hochverrat und Sabotage angeklagt und zu viermal lebenslänglich verurteilt.
Nach 22 Jahren Haft nahm Goldberg in seinem Londoner Exil die Arbeit im ANC wieder auf, unter anderem als dessen Repräsentant im Anti-Apartheid-Komitee der UNO. 1995 gründete er die Entwicklungsorganisation Community H.E.A.R.T. Seit 2002 lebt er wieder in Südafrika, wo er u.a. als Berater im Ministerium für Wasser- und Forstwirtschaft tätig ist.
Ort: EineWeltHaus, Schwanthalerstr. 80
Eintritt: € 3
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Dagmar Leupold liest “Grüner Engel, Blaues Land”
| 8. April 2008 | ||
| 20:00 |
„Grüner Engel“ ist eine Apfelsorte, „Blaues Land“ das Reiseziel von Johannes und Sophia, der beiden Hauptpersonen, eine Art Adam und Eva, um die sich in diesem als Liebesgeschichte konzipierten Buch alles dreht.
Ort: Gemeindebücherei Gräfelfing, Bahnhofplatz 1, Gräfelfing
Eintritt frei
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Kiezmeisterschaft
| 19. April 2008 | ||
| 20:00 |
Nur ein Text, max. 5 Minuten, offene Liste, jeder kommt dran, 5 Juroren aus dem Publikum küren den Sieger.
Ort: Stragula, Bergmannstraße 66
Eintritt: € 4
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